Bingen – Mondorf und die neue Rhein-Lahn Nixe

Wie immer am ersten Septemberwochenende fand nun schon zum sechsten Mal unsere Wochenendtour von Bingen nach Mondorf mit Übernachtung in Niederlahnstein statt. Nachdem wir bei unserer allerersten Bingen – Mondorf – Rudertour unerwartet in die Lehner Kirmes gerieten und die Inthronisation der Rhein – Lahn Nixe Sandra II erlebten, haben wir diese Tour immer auf das erste Septemberwochenende gelegt.

Die Anreise nach Bingen erfolgte am Samstag früh. Am späten Vormittag waren alle Boote, zwei Vierer mit Steuermann und zwei fußgesteuertete Dreier, auf dem Wasser. Aufgrund des niedrigen Pegels bot der Rhein vor dem Steg einen ungewohnten Anblick. Große Kiesbänke, zum Teil schon grün bewachsen, waren zu sehen.

Auf der ganzen Strecke musste überwiegend in der Fahrrinne gerudert werden, da es außerhalb schon extrem flach war. Die Burg Pfalzgrafenstein konnte nicht, wie sonst üblich, auf dem rechten Rheinarm passiert werden, stattdessen sahen wir sie nun von der anderen Seite auf einem breiten und gut sichtbaren Felsen liegen.

Spannend wurde es an den Untiefen vor der Loreley, den sieben Jungfrauen, den Hungersteinen und dem Geisenrücken. Da zum Glück nur wenig Schiffsverkehr war, konnten die Untiefen und die Loreley selbst ohne Probleme passiert werden. Die vorsichtshalber mitgeführten Pumpen mussten nicht benutzt werden. In Sankt Goarshausen konnten wir aufatmen, da wir den aus Ruderersicht anspruchsvollsten Abschnitt der Tour geschafft hatten.

Der Braubacher Grund kurz vor Lahnstein, der die Ursache für eine Fahrwasserteilung ist, war gut zu sehen. An der Marksburg war das Etappenziel schon fast in Sicht. Da der Steg in Lahnstein nicht mehr bis ins Wasser reichte, landeten wir an den Kiesbänken an. Unser wohlverdientes Abendessen konnten wir auf der Terrasse eines am Rheinufer gelegenen Restaurants mit Blick auf die Burg Stolzenfels genießen. Auf dem Weg dorthin trafen wir schon einige gekrönte Häupter aus Koblenz, die wegen der Lehner Kirmes im Ort waren.

Nach dem Abendessen waren wir gerade rechtzeitig zurück in Niederlahnstein, um mitzuerleben, wie die neue Rhein – Lahn Nixe Maren I von Vater Rhein mit dem Boot an Land gebracht wurde. Auf der Bühne wurde die Nixe, die im Hauptberuf Schornsteinfegermeisterin ist, von ihren Kollegen begleitet. Einige Teilnehmer unserer Rudertour ließen sich mit ihr zusammen fotografieren und erhielten Autogrammkarten.

Anschließend gab es, wie jedes Jahr, noch ein prächtiges Feuerwerk, das auf der anderen Seite der Lahn abgefeuert wurde.

Am nächsten Tag wurden die restlichen 74 km der Tour gerudert. Auch hier machte sich das Niedrigwasser wieder an vielen Stellen bemerkbar. Besonders schade fanden alle, dass der Seitenarm bei Nonnenwerth nicht passierbar war. Hier lassen wir uns bei Wanderfahrten sonst durchtreiben und machen eine ausgedehnte Ruderpause. Stattdessen mussten wir durch die Fahrrinne zwischen Grafenwerth und Nonnenwerth rudern und machten erst später eine Pause.

Diese sechste Rudertour von Bingen nach Mondorf mit Besuch der Lehner Kirmes in Niederlahnstein war sicher nicht unsere letzte, die Tradition wird fortgesetzt.

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