Teilnahme am „Oste – Marathon“

Im Verein wurde schon seit einigen Jahren immer wieder darüber gesprochen, dass man doch unbedingt einmal am Ostemarathon, ausgerichtet von den Wasserfreunden Hemmor, teilnehmen müsste. Für uns Rheinruderer schien es reizvoll, ein völlig anderes Ruderrevier kennenzulernen mit einem Fluss, der in beide Richtungen fließt und der Elbmündung, auf deren Sandbänken Robben zu sehen sind. Und in diesem Jahr war es endlich soweit!

Am Freitag den 15. Juni 2018 machten sich acht Vereinsmitglieder mit einem Dreier und einem Fünfer auf dem Hänger auf in Richtung Hemmoor. Die Boote wurden direkt am Vereinssteg an der Oste abgelegt und aufgeriggert. Das relativ kleine Clubhaus der Wasserfreunde Hemmoor hat viel Freifläche, so dass für die vielen Teilnehmer genügend Platz da war. Die nötige Infrastruktur war von den Vereinsmitgliedern aufgebaut worden. Wir übernachteten im Hotel Seefahrer in Hemmoor an der Oste, etwa drei km vom Ruderverein entfernt.

In diesem Jahr gab es bei dem sogenannten Traditionswochenende der Wasserfreunde Hemmoor einen Teilnehmerrekord. Mehr als 40 Boote mit 200 Teilnehmern waren gemeldet, weitere Interressenten konnten leider nicht teilnehmen. Wegen der sehr guten Organisation lief alles ohne Probleme.

Am Samstag, den 16. Juni 2018, fand der Ostemarathon statt. Morgens ab 7.00 Uhr wurde gestartet, jedem Boot war eine Startzeit zugewiesen. Die erste Etappe mit Zeitmessung führte osteabwärts mit der Strömung des Flusses zum Osteriff. Danach konnten die Teilnehmer noch ca. 5 km bis zur Mündung der Oste in der Elbmündung rudern und dort auf einer Sandbank anlegen. Für uns war es ein bizarrer Anblick, auf einer Sandbank, umgeben von großen Wasserflächen, mit großen Schiffen im Hintergrund (die auf der Elbe Richtung Hamburg fahren) viele Ruderboote und Menschen zu sehen. Auf der Sandbank machten die Ruderer eine Pause, um dann mit auflaufender Flut osteaufwärts zurück zum Osteriff und dann mit Zeitmessung die 21 km zurück zum Verein zu rudern. Durch die Flut hatte sich die Fließrichtung des Flusses umgekehrt, wir konnten also wieder mit der Strömung rudern. Es galt, den richtigen Moment abzupassen, so dass die stärkste Strömung für die Rückfahrt genutzt werden konnte. Wir „Binnenruderer“ orientierten uns für den Start von der Sandbank an den anderen Booten.

Wiederum seltsam erschien es uns, als das warme Wasser langsam stieg, bis fast die gesamte Sandbank unter Wasser war. Auch der Rückweg auf der Oste mit einer Strömung gegen die normale Fließrichtung sorgte bei uns immer wieder für Verwunderung.

Am Verein wurden die Boote wieder abgelegt und es war Zeit für die Mittagspause. Alle 200 Ruderer konnten sich an einem Grillwagen, einem Salatbuffet und der Getränkebar im Clubhaus versorgen. Am späten Nachmittag war es dann Zeit für die zweite Strecke  zur Eisenbahnbrücke in Hechthausen und zurück, hier wurde die Zeit vom Start bis zum Ziel jeweils nahe des Vereinsstegs gemessen. Bei dieser Etappe galt es nun, den optimalen Zeitpunkt für den Start zu wählen, um mit der Strömung durch die Flut flussauf zu rudern und zur richtigen Zeit am Wendepunkt zu sein, um mit einsetzender Ebbe wieder flussab zu rudern. Außer der sich ändernden Strömungsrichtung und Strömungsgeschwindigkeit musste auch die für die Ruderer mögliche Geschwindigkeit berücksichtigt werden. Bei so vielen Variablen ist es uns nicht gelungen, exakt zur Tidenwende am Wendepunkt der Ruderstrecke zu sein und mussten daher bei der Rückfahrt eine Zeit lang gegen die noch auflaufende Flut rudern. Am Ziel, nach den letzten 36 Kilometern des Tages, waren alle dann – trotz der „Zwangspausen“ – rechtschaffen müde.

Der nächste Tag, Sonntag der 17.Juni 2018, konnte von den am Traditionswochenende teilnehmenden Ruderern genutzt werden, um noch einmal zum Osteriff zu rudern oder auch weiter bis zur Sandbank zu rudern. Auch die Fahrt flussaufwärts nach Hechthausen war möglich. Wir entschieden uns wieder für die Sandbank, denn wir hatten am Vortag nur aus der Ferne Robben gesehen und hofften nun auf mehr. Am Vortag waren uns bereits die Reisigbesen aufgefallen, die auf hohen Stangen rechts und links des Ufers befestigt waren. Erst jetzt fiel uns auf, dass die Besen an einem Ufer mit dem Schopf nach oben, am gegenüberliegenden Ufer mit dem Schopf nach unten befestigt waren. So ist es wohl möglich, auch bei sehr hohem Wasserstand den Flußlauf zu erkennen. Auf einer Sandbank sahen wir tatsächlich einige Robben. Eine Robbe rollte von der Sandbank herunter, als wir ihr zu nahe kamen, beäugte uns dann aber neugierig vom Wasser aus.

Wir hatten ein erlebnisreiches Ruderwochenende an der Oste, bestens organisiert durch die Wasserfreunde Hemmoor. Im nächsten Jahr wollen wir wieder dabei sein!

 

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